Respekt - Tschechien | Montag, 9. Juli 2007
Schengen als Prüfung für Slowaken und Ungarn
Viele Slowaken ängstigt die Vorstellung, dass mit dem anstehenden Beitritt des Landes und Ungarns zum Schengen-Abkommen die Grenze zwischen beiden Ländern an Bedeutung verlieren wird, erklärt Luboš Palata. Denn die Grenze dokumentiere, wie sich die Slowaken 1918 von der ungarischen Vorherrschaft befreiten. "Die Situation kann man mit der an der deutsch-französischen Grenze nach dem Zweiten Weltkrieg vergleichen. Die dortigen Eliten aber machten aus den einstigen Feinden die besten europäischen Verbündeten. Slowaken und Ungarn ist das nicht gelungen. Der Kommunismus konservierte nur die gegenseitigen Vorurteile und Stereotype. Und auch in den 15 Jahren mit demokratischem Anstrich kam es zu keiner Annäherung... Das Leben ohne Grenze wird nicht leicht werden. Die Nationalisten auf beiden Seiten werden die Gelegenheit nutzen, jenes explosive Material zu missbrauchen, dass die Geschichte und Gegenwart beider Völker reichlich bereit hält."
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