Süddeutsche Zeitung - Deutschland | Dienstag, 17. Juli 2007
Kochkunst und Kunstspeisen bei Ferran Adrià
Ferran Adrià ist der erste Koch, der als Künstler an einer Ausstellung zeitgenössischer Kunst – der Kasseler Documenta - teilnimmt. Pro Tag wird ein Documenta-Besucher ausgewählt, der zum Kunstspeisen in Adriàs katalanisches Restaurant "El Bulli" reisen darf. Merten Worthmann war dabei: "Adrià geht konzeptuell vor. Immer wieder versucht er, Gerichte aus 'Abfallprodukten' zu komponieren, zum Beispiel ein Risotto aus Gurkensamen mit getrockneter Gurkenhaut. Oder Nicht-Essbares aufzutischen, einen Klotz Vulkangestein etwa, der sich als Biscuit aus schwarzem Sesam herausstellt... Nach viereinhalb Stunden sind die beiden Documenta-Besucher beim Kaffee angekommen. Wie war's? Überfordernd. Anregend. Grandios. War es Kunst? Schwer zu sagen; aber es war bestimmt eine künstlerische Erfahrung. Der Mann sagt: 'Manche Dinge schmeckt man plötzlich wieder in einer Reinheit und Intensität, als wäre es ein Drogenerlebnis'. Die Frau sagt: 'Ich habe selten beim Essen so viel darüber nachgedacht, was dieses Essen überhaupt war.'"
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