Navigation

 
Süddeutsche Zeitung - Deutschland | Montag, 30. Juli 2007

Keine gemeinsame europäische Außenpolitik in Sicht

Martin Winter kritisiert die Alleingänge einzelner Mitgliedstaaten, die eine gemeinsame EU-Außenpolitik verhinderten: "Die EU hatte einmal den Anspruch, Schulter an Schulter mit den wirklich Großen, mit den USA und Russland, die Welt wieder in ruhigeres Gewässer zu bringen. Doch daraus wird nichts, solange nationale Alleingänge an der Tagesordnung sind. So schwächt der französische Außenminister Bernard Kouchner Europas Einfluss im Nahen Osten, indem er ohne Rückendeckung durch die anderen EU-Staaten eine Kehrtwende der europäischen Palästina-Politik propagiert; so machen Polen und Tschechen die gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik der EU lächerlich, indem sie hinter dem Rücken ihrer europäischen Partner mit den USA eine eigene Raketenpolitik betreiben; und so schlagen sich mehrere EU-Länder in der Kosovo-Frage auf die Seite der USA, weshalb die eigenständige Stimme der Europäer am Verhandlungstisch kaum noch Gewicht hat. Auch Frankreichs unabgestimmter Vorstoß für eine Mittelmeerunion hinterlässt innerhalb und außerhalb der Europäischen Union vor allem eines: Konfusion."

» zur gesamten Presseschau vom Montag, 30. Juli 2007

Weitere Inhalte