La Repubblica - Italien | Montag, 13. August 2007
Die Roma als Sündenböcke
In Italien tobt derzeit eine heftige Debatte über die Lebensbedingungen der Roma, nachdem am Samstag bei einem Feuer in einem Lager nahe Livorno vier Roma-Kinder ums Leben gekommen waren. Gad Lerner kommentiert: "Die Roma sind eine Ausnahme bei der 'politischen Korrektheit': Bei ihnen gibt es eine hohe Alkoholismusquote, sie sind Nomaden, sie werden mit Arbeitslosigkeit und Kriminalität in Verbindung gebracht - das sind unwiderlegbare Tatsachen. All das macht Angst und führt zu einer Verallgemeinerung, die in Bezug auf jedes andere Volk unfassbar wäre: sie gelten alle als schuldig. Aufgrund ihrer Lebensart, aufgrund ihrer kulturellen Tradition... Aber man muss eines ganz deutlich sagen: Man kann die Roma nicht als menschlichen Müll betrachten. Man kann ihre Existenz nicht auslöschen oder ihre Ausrottung konzipieren. Verrückt? Überhaupt nicht. Wenn wir diese überstürzten Verallgemeinerungen akzeptieren, verschwimmen unsere moralischen Grundsätze und wir bewegen uns Schritt für Schritt auf diesen einzigen Ausweg zu. Wer hätte vorhersehen können, dass mitten in Europa zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Feindseligkeit gegen das 'schuldige' Volk in der 'Endlösung' enden würde?"
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