Süddeutsche Zeitung - Deutschland | Dienstag, 28. August 2007
Burkhard Müller über Europa als Kontinent des Waldes
Burkhard Müller nimmt die Waldbrände in Griechenland zum Anlass, über die Bedeutung des Waldes in Europa nachzudenken: "Wenn [Griechenland] nicht entschlossen anfängt, seinen Wald zu hegen, ihn als Wald, wie wir ihn kennen, allererst zu begreifen, wird es ihn ganz einbüßen, im Zug des Klimawandels und dann unausweichlicher weiterer Katastrophen verkarsten und erkahlen. Man rechnet mit dem Sprung der Sahara übers Mittelmeer und sieht sie zum Teil schon angelangt; hierin gleicht sie dem islamischen Fundamentalismus. Übrigens brennt es in der Türkei zur Zeit nicht - sollten die Türken insgeheim schon bessere Europäer sein als Griechen und Italiener, Spanier und Portugiesen? Das Mittelmeer hört auf, ein mittleres zu sein; für den mediterranen Sonderweg beginnt es eng zu werden. (Der Siesta geht es auch schon an den Kragen.) Europa, das wird in diesen Tagen des Schreckens deutlich, entwirft sich als die gemäßigte Region der Vernunft zwischen den Maßlosigkeiten der Wüste und der Taiga, als ein Kontinent des Waldes."
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