Open Democracy - Großbritannien | Montag, 17. September 2007
Olaf Cramme über das politische Engagement der Europäer
Der Direktor des Thinktanks Policy Network, Olaf Cramme, schreibt über die Rolle der Bürger in der EU: "Die Art, wie die EU derzeit funktioniert, steht im Gegensatz zur Idee der EU-Bürgerschaft. Beim Konzept der EU-Bürgerschaft müssen die Individuen das Gefühl haben, die wichtigsten Mechanismen ihrer Gesellschaft zu verstehen und an ihnen teilzuhaben... Auf der anderen Seite müssen die Bürger bereit sein, in der politischen Führung den ultimativen Ausdruck ihres Glaubens an Wahlfreiheit und die Möglichkeit von Veränderung sehen. Doch da in Europa die Technokraten dominieren, entsteht der Eindruck, bestimmte Entwicklungen und ihre Dynamik seien zwangsläufig. Das führt dazu, dass sich die Individuen davon verabschieden, Bürger zu sein - und sich langfristig auch von der Idee der EU-Integration abwenden. Schlimmer noch: Wenn es keine Wahlmöglichkeiten gibt, wächst das Gefühl von Unsicherheit. So kann sich ein falscher Populismus politisch Gehör verschaffen, der immer verführerischer wird. Davon zeugt der Aufstieg von Demagogen in ganz Europa, die aus verschiedenen politischen Richtungen kommen."
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