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Heti Világgazdaság - Ungarn | Donnerstag, 11. Oktober 2007

Die Slowakei hat Angst vor Schengen

"Die rechtliche Bekräftigung der Beneš-Dekrete [in der Slowakei] kann man nicht unkommentiert hinnehmen," meint der ungarische Historiker Tamás Stark im Interview mit János Dobszay zum Konflikt zwischen Ungarn und der Slowakei: "Aber Ungarn muss erkennen, dass es mit einem jungen Staat streitet, der seine nationale Identität gerade erst herausbildet. Hinter der slowakischen Haltung steht die Angst, dass mit der Ausweitung der Schengengrenze die Grenze zwischen Ungarn und der Slowakei virtuell wird und damit eine Art 'historische Wiedergutmachung' und Wiedervereinigung der ungarischen Nation eintritt. Zwar werden die Grenzen de facto nicht verschwinden, aber den Slowaken graut es schon jetzt vor dem bloßen Gedanken daran. Daher glaube ich nicht, dass es in nächster Zeit zu einer Versöhnung kommen wird. Wir müssen abwarten, bis in der Slowakei die heftigen Gefühle, die im frühen Stadium der Nationenbildung unvermeidlich auftreten, abgearbeitet sind. Wir müssen ein hohes Maß an Empathie gegenüber der Slowakei aufbringen."

» zur gesamten Presseschau vom Donnerstag, 11. Oktober 2007

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