Die Presse - Österreich | Dienstag, 30. Oktober 2007
Die slowenisch-kroatische Nachbarschaft und Schengen
Thomas Roser hat in der Nähe von Obrezje ein Gasthaus gefunden, das von der Grenze zwischen Slowenien und Kroatien geteilt wird - demnächst von der Schengen-Grenze. "Dank einer von Brüssel eher widerwillig abgesegneten Ausnahmeregelung dürfen Kroaten wie bisher mit ihrem Personalausweis nach Slowenien und Ungarn reisen. Den Einreise-Vermerk bekommen sie unbürokratisch auf ein Formular gestempelt", erläutert er. "Wenig Veränderungen durch Schengen werden... im geteilten Wirtshaus 'Kalin' erwartet. Als Slowenien im Sommer das Rauchverbot in Gaststätten einführte, hatten die Wirtsleute angenommen, dass die Gäste zumindest in der kroatischen Stube weiter dem blauen Dunst frönen könnten. Doch die Hoffnung auf einen Vorteil durch die Grenzlage sollte sich bald zerschlagen. Weil der Eingang in Slowenien liege, müssten dort Steuern entrichtet und im ganzen Gasthaus slowenische Vorschriften befolgt werden, seufzt die Kellnerin: 'Die Grenze ist und bleibt eine Katastrophe.'"
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