Dnevnik - Bulgarien | Donnerstag, 29. November 2007
WAZ will bulgarische Medien stärker kontrollieren
Die beiden auflagenstärksten bulgarischen Zeitungen "24 Tschassa" und "Trud" gehören zum deutschen WAZ-Medienunternehmen. Sie haben sich an einer Hetzkampagne gegen die Kunsthistorikerin Martina Baleva beteiligt, die die offizielle Darstellung des Massakers von Batak kritisiert hatte. Die WAZ-Mediengruppe will die Zeitungen nun stärker inhaltlich kontrollieren. In der Debatte über diesen Fall gab es eine Reihe von interkulturellen Missverständnissen, meint Alexander Andreew: "Alles deutet darauf hin, dass in der Debatte Teile der bulgarischen Öffentlichkeit und der Medien noch nicht die kulturellen Normen Deutschlands (und der anderen EU-Länder) teilen. Bei ähnlichen Eskalationen in Zukunft sollte deshalb eine geschickte und gutwillige interkulturelle Vermittlung stattfinden. Das Gleiche gilt aber auch für die andere Seite: Viele Westeuropäer sollten mehr Verständnis für die historischen Traumata der neuen EU-Mitglieder haben. Vor allem aber gibt es keine Entschuldigung für diejenigen, die politischen Mehrwert aus solchen Kampagnen ziehen."
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