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El País - Spanien | Dienstag, 4. Dezember 2007

Julio Llamazares über spanische Dialogunfähigkeit

Der spanische Schrifsteller Julio Llamazares beklagt die mangelnde Debattenfähigkeit seiner Landsleute. "Die Welt ist voller Erleuchteter, die einander weder zuhören noch ausreden lassen. In Spanien ist dieser Zustand schon pathologisch... Das macht das Land ohrenbetäubend laut, rauh und heftig. Ein Land, in dem jeder über alles Bescheid weiß und wo es unmöglich ist, dem anderen seine Meinung auszureden. Ein Land, in dem jemand, der wohlerzogen und respektvoll ist, der zuhört, bevor er sich äußert, und letzteres diskret tut, dazu verdammt ist, sich nicht ausdrücken zu dürfen. Das stört aber am Ende nicht, solange wir, wie Felosio es ausgedrückt hat, in einer Welt leben, in der es ohnehin niemand schafft, den anderen zu überzeugen – egal worum es geht. Das ist vor allem in Spanien so, wo die politische Verkrampftheit, das Gebrüll und das Stimmengewirr überall zunehmen... Nur wenn man schreit, kann man sagen, was man denkt - und trägt damit zum allgemeinen Lärm weiter bei."

» zur gesamten Presseschau vom Mittwoch, 5. Dezember 2007

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