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Dilema Veche - Rumänien | Freitag, 21. Dezember 2007

Andrei Plesu über den rumänischen Karaoke-Kapitalismus

Der Philosoph Andrei Plesu beschreibt den jungen rumänischen Kapitalismus als Imitation eines Modells. "Die Wirtschaftsexperten Kjell Nordström und Jonas Ridderstråle haben diese provinzielle Imitation zu Recht 'Karaoke-Kapitalismus' genannt: Musik und Worte liefern andere, man singt nur nach (falsch natürlich). Das Ergebnis ist die Welt, in der wir leben. Es gibt drei einheimische Typen des ausgeborgten Kapitalisten. Erstens der Neu-Reiche: Er ist eine Art Al Capone, noch perplex, so reich zu sein, und eher geneigt, Geld vorzuzeigen, als es auszugeben. Zweitens die Firmenmädchen und -jungen: Sie sind ohne Individualität, kleiden sich alle gleich, essen dasselbe, denken dasselbe und reden dasselbe. Sie arbeiten viel, weil sie reich werden wollen. Drittens der Manager: Er kennt alle Regeln, hat keine Zeit zu verlieren und interessiert sich nicht für das Bla-Bla der Intellektuellen. Einen Text beurteilt er nach seiner Länge und ein Buch nach seinen Verkaufszahlen... Nicht sie werden die Zukunft gestalten, sondern Leute von anderem Format. Denn es geht nicht darum, ein Modell zu imitieren, sondern ein neues zu erfinden."

» zur gesamten Presseschau vom Freitag, 21. Dezember 2007

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