Neue Zürcher Zeitung - Schweiz | Montag, 7. Januar 2008
Bora Cosic über die Bewohner des Kosovo
Der serbische Schriftsteller Bora Cosic erinnert daran, dass die Kosovo-Albaner schon immer etwas ungleicher waren als die restlichen Jugoslawen - selbst unter Tito waren sie bolschewistischem Terror ausgesetzt: "Jetzt zeichnet sich das Ende dieser Geschichte ab, die mit jenen armen Leuten begonnen hat, die in Kellern Trauben und Sardinen gegessen haben und heute mit viel Mühe versuchen, auf ihrem Land zu leben, nach ihrem Wunsch und mit dem Recht auf Unabhängigkeit, bei einem behutsamen Umgang mit der eigenen Freiheit. Diese fleißigen, stolzen und harten Menschen haben schon mehrmals gezeigt, wie schwer es ist, mit dieser Freiheit umzugehen. Und haben es bisweilen geschafft, viele, die ihnen wohlgesinnt sind, zu enttäuschen: Müssen sie, aus welchen Gründen auch immer, die Gotteshäuser einer anderen Religion anzünden? Wohl auch deshalb habe ich es schwer, meine serbischen Landsleute zur Vernunft zu bringen, dass sie die Kosovo-Albaner in Frieden lassen und sich endlich mit ihrem eigenen Schicksal befassen."
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