Le Monde - Frankreich | Dienstag, 8. Januar 2008
Sloweniens Problem mit den Minderheiten
Laurent Hassid, Forscher an der Universität Bordeaux III, stellt das gute Image Sloweniens in Frage. "Im Laufe der vergangenen Jahre haben die ethnischen Spannungen innerhalb der slowenischen Gesellschaft was die Akzeptanz von Menschen aus anderen Balkanländern angeht zugenommen... Das Problem der 'Ausgelöschten' hat ein hasserfülltes Klima geschaffen, das sich gegen Serben und Kommunisten wendet und zum Sieg der rechten Parteien unter Führung des jetzigen Ministerpräsidenten Janez Janša bei den Parlamentswahlen 2004 beigetragen hat... Slowenien weist zwar einen Lebensstandard und eine politische Entwicklung auf, die sich an Westeuropa orientiert, doch in wichtigen Punkten ähnelt es dem Rest Ex-Jugoslawiens, insbesondere in Bezug auf ethnische Fragen... Da Slowenien jetzt die EU-Ratspräsidentschaft hat, wäre es eine gute Idee, eine ehrliche Debatte über die Integration der Nicht-Slowenen zu beginnen."
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