Süddeutsche Zeitung - Deutschland | Montag, 17. März 2008
Die Zimbrer und die Bayern
Stefan Ulrich berichtet über die "am wenigsten benutzte Sprache", die es heute noch gibt: das Zimbrische, einer Mischung aus Bayerisch, Italienisch und Mittelhochdeutsch, das weltweit von ungefähr 1000 Menschen gesprochen wird: "So schien auch der letzte Hort der Zimbern, das auf 1300 Metern Höhe abgelegene Lusern, zu verschwinden oder zu einem ganz normalen italienischen Bergdorf zu werden. Immer mehr Familien zogen fort. Doch es entstand auch eine Art zimbrischer Widerstand... Zur Stärkung seiner Muttersprache will der Bürgermeister [Luigi Nicolussi] Touristen aus Deutschland anlocken. So kam ihm die Idee mit Bruno, dem Problembären, der im Sommer 2006 aus dem Trentino nach Bayern überlief und erschossen wurde. Nicolussi bat die Staatsregierung in München, ihm das ausgestopfte Tier zur Ausstellung zu überlassen. 'Wir sind Altbayern', schrieb der Bürgermeister an den Ministerpräsidenten. Doch die Zimbern seien vom Verschwinden bedroht. 'Beim Kampf ums Überleben kann der tote Bär Bruno einen positiven Beitrag leisten.'"
» zur Homepage (externer Link, Süddeutsche Zeitung)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Minderheiten, » Italien, » Schweiz
Alle verfügbaren Texte von » Stefan Ulrich
» zur gesamten Presseschau vom Montag, 17. März 2008