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Frankfurter Allgemeine Zeitung - Deutschland | Freitag, 2. Mai 2008

Frankreichs Redenschreiber im Rampenlicht

"Von de Gaulle und Mitterrand nahm man an, dass sie zumindest ihre Reden selbst schrieben. Von Sarkozy dagegen weiß jeder, dass in seiner Schreibstube Henri Guaino herrscht – er ist bekannt wie ein Minister und in der Öffentlichkeit omnipräsent. In diesem Frühjahr haben gleich drei 'Neger', wie man Ghostwriter in Frankreich nennt, Bücher über ihr freiwilliges Sklaventum veröffentlicht. ... Bislang nannten Ghostwriter wie Callgirls nie die Namen ihrer Auftraggeber. Aber jetzt wird der Schleier gelüftet. ... Jack Lang und andere Minister haben ihre Bücher schreiben lassen – was eigentlich beruhigend ist, weil die 'Autoren' ja auch genug anderes zu tun hatten. Gleichwohl sind diese Enthüllungen für die Republik des Geistes ein schwerer Schock. Im Gegensatz zu den Politikern gibt es immerhin unter den Ghostwritern keine Wendehälse. ... Man kann in der Unterwelt der Politik nicht für beide Lager arbeiten. Aber manchmal kommen die Neger schließlich an die Macht. Christine Albanel hat als graue Maus Chiracs beste Reden geschrieben – jetzt ist sie Kulturministerin. Das Gleiche tat auch der Poet Georges Pompidou für Charles de Gaulle, bevor er selbst Staatspräsident wurde."

» zur gesamten Presseschau vom Freitag, 2. Mai 2008

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