Frankfurter Rundschau - Deutschland | Dienstag, 21. Februar 2006
Kosovo-Verhandlungen
Für Kommentator Norbert Mappes-Niediek weisen die Kosovo-Verhandlungen "klar in Richtung Unabhängigkeit", auch wenn die Gegner der Unabhängigkeit das Argument auf ihrer Seite hätten, dass die Vereinten Nationen noch nie gegen den Willen eines Mitglieds eine Abspaltung von dessen Territorium gutgeheißen hätten. "Man kann das Argument auch umdrehen", schlägt Mappes-Niediek vor: "Nur weil Bosnien mit einer unmöglichen Staatsform bedacht wurde, muss das in anderen Staaten nicht weitere Fehler nach sich ziehen. Mit etwas Fantasie könnte man den Widerspruch auflösen. In zehn Jahren sollen alle neuen Klein- und Kleinststaaten EU-Mitglieder sein, also einen großen Teil ihrer jetzt umkämpften Souveränität wieder abgeben. Es wird also gerade ein künftiges innenpolitisches Problem der EU verhandelt. Mut zu neuen Lösungswegen stünde deshalb auch der Europäischen Union gut zu Gesicht."
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