La Vanguardia - Spanien | Mittwoch, 23. Juli 2008
EU entfernt sich von Lateinamerika
Der argentinische Soziologe Juan Gabriel Tokatlian befürchtet, dass sich die Beziehung zwischen Lateinamerika und Europa verschlechtern wird: "Die Europäische Union ist in ein für Lateinamerika besorgniserregendes Labyrinth geraten. ... Das Ziel einer Verfassung ist auf Eis gelegt, während die Rechte bequem weiter Boden gut macht. Die Grenzen der europäischen Einheit und das Schwinden der progressiven Kräfte wirken sich negativ auf die Beziehung zwischen der EU und Lateinamerika aus. ... Abgesehen von dem Fall Kuba (die EU hat gerade die Sanktionen gegen die Insel aufgehoben) unterscheiden sich die Signale, die von Washington und Brüssel ausgesendet werden, kaum. Viele der europäischen Positionen scheinen sich eher an der Dynamik der Wahlen zu orientieren sowie an dem Versuch, Brücken nach Washington zu schlagen, anstatt eine prinzipientreue Politik und eine kohärente Strategie zu verfolgen. Auf der anderen Seite behauptet Europa, Interesse daran zu haben, die wirtschaftlichen Beziehungen auszubauen, macht aber keine entscheidenden Zugeständnisse, um beispielsweise ein Abkommen zwischen der EU und dem Mercosur zu erreichen."
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