Süddeutsche Zeitung - Deutschland | Freitag, 17. März 2006
Weitere EU-Erweiterung gebremst
"Die Diskussion über die Erweiterungspolitik ist da gelandet, wo die Regierungen sie nur noch schwer kontrollieren können: bei den besorgten Bürgern", konstatiert Martin Winter. "Der Überschwang ist vorbei, mit dem die Union nach Ende des Kalten Krieges alle europäischen Staaten unter ihre Fittiche nehmen wollte. Und auch die geostrategischen Linien im Kampf mit dem islamischen Terrorismus, die zur Aufnahme der Türkei herhalten müssen, verlieren an Überzeugungskraft... Die Politiker werden hinhören müssen, wenn sie nicht nur die EU, sondern auch ihre Macht daheim erhalten wollen... In dieser Lage hilft nur ein sorgsames Konzept privilegierter Partnerschaften, um die EU vor einer Überfrachtung zu bewahren und ihre Völker an der Flucht in eine Wagenburg zu hindern."
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