Famiglia Cristiana - Italien | Freitag, 15. August 2008
Kampf unter Armen
Obwohl sich der Vatikan offiziell von der Berichterstattung distanziert, setzt das katholisch orientierte Wochenmagazin Famiglia Cristiana seine vor einer Woche begonnene Kritik an der Innenpolitik der italienischen Regierung fort. "Mit den Militärs auf der Straße und den Bürgermeistern als Sheriffs besteht die Gefahr des Krieges unter den Armen. Auf den Bürgersteigen tummeln sich Militärs, verwirrte Jugendliche, die die Aufgabe der Polizei übernehmen sollen, ohne dazu fähig zu sein und Bettler verjagen sollen, ohne zu unterscheiden, wer wirklich arm ist und wer zu kriminellen Bettelbanden gehört. ... Es ist richtig, gegen die Abzocke der Bettelei vorzugehen, aber das Recht der Armen auf Almosen muss bestehen bleiben. Das Verbot des Bettelns und des Durchstöberns des Mülls nach Essbarem dient wohl eher dazu, die Armut zu leugnen und die Unfähigkeit der Regierenden, wirkungsvolle Antworten auf die Misere zu finden, unter den Teppich zu kehren. ... Ist es von der Regierung zuviel verlangt, den Verdacht zu widerlegen, dass die Schere auseinandergeht, wenn die Rechten an der Macht sind und die Reichen immer reicher und die Familien immer ärmer werden?"
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