Magyar Nemzet - Ungarn | Montag, 25. August 2008
Geopolitik auf dem Vormarsch
Angesichts des Konflikts im Kaukasus prophezeit die konservative Zeitung Magyar Nemzet eine globale Zunahme von geopolitischen Auseinandersetzungen. "Es ist offensichtlich, dass diese Krise nur vordergründig etwas mit Südossetien und Georgien zu tun hat. Vielmehr handelt es sich bei dem Konflikt um den Kampf der Großmächte - im gegenwärtigen Fall zwischen Washington und Moskau - um Einfluss. ... Auf der weltpolitischen Bühne nimmt die Geopolitik wieder zunehmend eine tragende Rolle ein. Dies zeigen die Ereignisse entlang jener Achse, die sich vom Nahen und Mittleren Osten bis hin zur Kaspischen Region zieht. In diesen Kontext gehören auch die militärischen Schauplätze in Afghanistan und im Irak, den amerikanischen Druck auf den Iran und auch der derzeitige Konflikt im Kaukasus. Georgien ist auf diesem Schachbrett nur eine Figur, allerdings - wie der gegenwärtige Konflikt vor Augen führt - nicht bloß ein Bauer. ... Der Kreml tut im Kaukasus heute nichts anderes als die Vereinigten Staaten 1999 auf dem Balkan. Damals holten die USA zum Militärschlag gegen Serbien aus. Das Kosovo-Drehbuch wiederholt sich dieser Tage gleichsam von neuem. Als Präzedenzfall liefert es Russland die Grundlage zum militärischen Eingreifen."
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