NRC Handelsblad - Niederlande | Donnerstag, 28. August 2008
Europas digitale Bibliothek
Die EU-Kommissarin für Informationsgesellschaft und Medien Viviane Reding kündigte an, dass das digitale Archiv "Europeana", das europäisches Kulturgut online zugänglich machen soll, im November online geht. Die Tageszeitung NRC Handelsblad sieht das Projekt kritisch: "Das klingt gut, ist aber eine reine Show. ... Kunst wird platt getreten als praktische Anwendung. ... Literatur kann man vervielfältigen, denn das Buch selbst ist nicht das Kunstwerk. Die Reproduktion eines Gemäldes gibt lediglich einen Eindruck vom Original wieder, nicht mehr. Eine Skulptur ist einzigartig. Wer das erleben will, muss sich auf den Weg machen. Reding suggeriert, dass die virtuelle Wirklichkeit ihrer 'Europeana' das gleiche sei wie die fühlbare Wirklichkeit. Sie irrt sich. Internet ist praktisch. Geeignet, um Kontakte zu knüpfen. Amüsant als Unterhaltung. Pervers bei Missbrauch. Bildend, wenn man es kreativ anwendet. Aber die virtuelle Wirklichkeit kann nie die Echtheit eines Gemäldes, einer Skulptur, eines Gebäudes oder einer Performance ersetzen."
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