Süddeutsche Zeitung - Deutschland | Dienstag, 16. September 2008
EU-Mission im Kaukasus
Rund einen Monat nach dem Ende des Georgien-Kriegs haben sich die EU-Außenminister am Montag darauf geeinigt, eine europäische Beobachtermission (EUMM) nach Georgien zu entsenden. 200 europäische Polizisten und Zivilexperten werden bis zum 10. Oktober die Kontrolle der Pufferzone zwischen Georgien und dem abtrünnigen Südossetien von den russischen Soldaten übernehmen. "Die EU steht dabei vor ihrer bislang größten außenpolitischen Herausforderung," schreibt die Süddeutsche Zeitung. "Gewiss, die Europäische Union hat schon in mancher Krise und an vielen Orten der Welt zwischen streitenden Staaten und Gruppen vermittelt. ... Doch Georgien ist anders. Hier sind die Europäer mit Russland als Konfliktpartei konfrontiert. Einem Russland, das seinen Platz im Spiel der großen Mächte sucht, und das mit Misstrauen beobachtet, wie ihm die Nato und die EU immer näher auf die Pelle rücken. Wenn die Europäer berücksichtigen, dass es nicht nur um Georgien geht, sondern vor allem auch um die künftigen Beziehungen zwischen der EU und Russland auf dem gemeinsamen Kontinent, dann gibt es eine Chance für erfolgreiche politische Verhandlungen."
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