El País - Spanien | Donnerstag, 6. April 2006
Das Machtstreben der katholischen Kirche
Der katholische Theologe Juan Jose Tamayo betont, wie wichtig die "Unabhängigkeit von Exekutive, Legislative und Judikative ist, um Despotismus zu verhindern" und stellt fest, dass die Kirche eben diese Unabhängigkeit nicht hat. "Der Papst vereint alle diese Gewalten als Souverän des Vatikan-Staats", und dieser Geist hat heute auch die katholische Kirche in Spanien erfasst. "In der Zeit der Transition [nach Francos Tod] hat die Kirche an der Demokratisierung der spanischen Gesellschaft teilgenommen. Jetzt hat die katholische Führung eine überraschende Wendung vollzogen: Sie kann sich mit der Säkularisierung nicht anfreunden, sie fühlt sich in der Demokratie nicht wohl und hat den Eindruck, dass sie verfolgt und diskriminiert wird. Das führt dazu, dass sie für die Wiedererlangung ihrer verlorenen Macht kämpft, einen täglichen und offenen Kampf gegen die drei Gewalten des Staates."
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