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Die Zeit - Deutschland | Donnerstag, 30. Oktober 2008

Verschlafenes Frankreich?

Der Film "Willkommen bei den Sch'tis", in dem ein Postdirektor in den französischen Norden versetzt wird, sagt etwas über den gesellschaftlichen Zustand Frankreichs aus. Das liegt nicht nur an dem altertümlichen Dialekt, der dem Film seinen Namen gibt, meint die Wochenzeitung Die Zeit: "[Der Film] zeigt ein Frankreich ... mit Blümchentapete im Schlafzimmer, geschützt vor Globalisierung und Krise, zusammengekuschelt im traulichen Universum eines Postamtes ... Auch der Dialekt. Abgesehen von ein paar alten Leuten auf dem Land oder in den Bergwerksgebieten spricht in Nordfrankreich praktisch kein junger Mensch das Sch'ti. ... [Der Regisseur] Dany Boon erweckt eine verkümmerte Sprache zum Leben, die in der deutschen Synchronfassung klingt wie eine gewagte Kreuzung zwischen Schwäbisch und Schwytzerdütsch. Dazu passt das völlige Fehlen von Bürgern ausländischer Herkunft. 106 Minuten lang wandert nicht ein einziger arabischstämmiger Mensch über die Leinwand ... Was ist das für ein Land, das ein derart fantasmatisches Bild seiner selbst feiert?"

» zur gesamten Presseschau vom Montag, 3. November 2008

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