Süddeutsche Zeitung - Deutschland | Donnerstag, 6. November 2008
Ende des Wow!-Faktors
Die Autobranche hat stark dazu beigetragen, die Signet-Architekturen [unvergleichliche Architektur] in Deutschland zu etablieren. Jetzt könne das ikonische Bauen der Stararchitekten zum Kollateralschaden der Finanzkrise werden, meint Gerhard Matzig in der Süddeutschen Zeitung. "Das Problem des Ineinanderfallens von Renditeverfall, Zukunftsängsten, Krisenstimmung und der Identitätskrise gerade der um Identität bemühten Großbauten betrifft nicht nur [den wirtschaftlich angeschlagenen deutschen Autohersteller] BMW. ... Es gilt natürlich auch für alle anderen Branchen - exakt in der Reihenfolge, in der die Wirtschaftskrise als Systemkrise um sich greift. ... Der Architektur als natürlichem Produzenten räumlich wirksamer Abbilder und zugleich als natürlichem, nicht fiktionalem Verbündeten der Realwirtschaft, fällt in diesem Reigen wiederum die Rolle der Zeichenhaftigkeit zu. Die Architektur der Marken handelt mit Zeichensystemen und den Mitteln der Rhetorik: Sie wäre deshalb nicht nur wegen in Zukunft fehlender Geldmittel betroffen – sondern auch als Zulieferbranche der Symbolik selbst."
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