Süddeutsche Zeitung - Deutschland | Dienstag, 11. November 2008
Kampfplatz Gorleben
Begleitet von Protesten ist im deutschen Zwischenlager Gorleben der elfte Transport mit Atommüll aus der französischen Wiederaufbereitungsanlage La Hague eingetroffen. Die Süddeutsche Zeitung prognostiziert, dass Atom-Energie bei den Parlamentswahlen 2009 ein wichtiges Thema wird: "Es steht einer Demokratie gut an, dabei [bei den Protesten] peinlich das Demonstrationsrecht zu beachten und gelassen auf gewaltfreie Formen zivilen Ungehorsams zu reagieren. ... Der Grundkonflikt ist und bleibt unlösbar ... . Kernkraft ist nun einmal die Energieform, bei der ... komplexe Sicherungssysteme nötig sind, dass der Mensch von dieser Komplexität überfordert sein kann. Rational ist aber auch die Überlegung, dass ein folgenschwerer Unfall bisher nur in Tschernobyl passierte. ... Gorleben bleibt so oder so der symbolische Ort, an dem sich Widerstand gegen die Kernenergie bündelt ... . Die Bereitschaft oder den Mut zu einer ergebnisoffenen Standortsuche für ein Endlager hat weder Union noch SPD."
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