Le Monde - Frankreich | Mittwoch, 12. November 2008
Literaturpreise der Integration
Ein afghanischstämmiger und ein guineischer Schriftsteller haben in Frankreich renommierte Literaturpreise erhalten. Dies sei ein Zeichen, dass Frankreich seine Multikulturalität endlich akzeptiert, findet die Tageszeitung Le Monde: "Wenn noch jemand ... an der Fähigkeit dieses Landes zweifelt, seine [kulturelle] Mischung zu akzeptieren, und wenn sich noch jemand Fragen über die Verbreitung der Frankophonie stellt, dann gibt die Wahl des Afghanen Atiq Rahimi durch die Goncourt-Jury und die des Guineers Tierno Monénembo durch die Renaudot-Jury eine eloquente Antwort. Sicher schaffen zwei Literaturpreise unsere verachtenswerten identitären Empfindlichkeiten nicht ab. Doch für diese aus dem Ausland stammenden Schriftsteller ist Französisch die Sprache der Freiheit. Sie rufen den Franzosen zu Recht in Erinnerung, dass sie gut daran täten, ihre Belagerungsmentalität zu kurieren."
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