Süddeutsche Zeitung - Deutschland | Donnerstag, 13. November 2008
Revolution der Wohnästhetik?
Aufgrund der Finanzkrise entdecke der amerikanische Immobilienmarkt europäische Architektur-Vorzüge, schreibt die Süddeutsche Zeitung. "Nichts verkörpert den amerikanischen Geist, in dem sich Unabhängigkeit, Individualismus und die Liebe zur Scholle verbinden, so sehr wie das amerikanische Haus. ... Seit den fünfziger Jahren hat sich in den USA der Bedarf an persönlichem Wohnraum fast verdreifacht. Dieser Exzess scheint nun vorbei zu sein, bedingt auch durch die Benzinpreise und der damit einhergehenden Stagnation der gigantischen Pendlersuburbs. ... Stattdessen hat Amerika eher europäische Wohndimensionen und die Energieeffizienz für sich entdeckt. Das könnte einer Revolution der amerikanischen Wohnästhetik gleichkommen. ... Wenn die US-Häuser nun deutsche Solardächer, skandinavische Schlichtheit und dicke Schweizer Wände erhalten, wenn sie zugunsten energieeffizienter, also kompakter Kubaturen auf ihr romantisches Beiwerk verzichten, dann wird dies das endgültige Aus für die Welt der Waltons [US-amerikanische Familienserie] bedeuten."
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