To Ethnos - Griechenland | Donnerstag, 13. November 2008
Patriarch der Vergangenheit
Der serbisch-orthodoxe Patriarch Pavle, der sich seit einem Jahr in einem Belgrader Krankenhaus aufhält, hatte im Oktober seinen Rücktrittsantrag gestellt. Die Kirchenversammlung beschloss jedoch, er solle lebenslang im Amt bleiben. Die Tageszeitung To Ethnos sieht eine politische Dimension des innerkirchlichen Machtkampfes: "Die Kirchenversammlung hat sich aus Not entschieden, Pavle zu behalten, weil sie sich nicht auf einen Nachfolger einigen konnte. … Pavle ist ein Mensch der Vergangenheit. … Er ist in das Patriarchat aufgestiegen, als die Nationalisten zusammen mit [dem ehemaligen serbischen Präsidenten Slobodan] Milošević an die Macht kamen. … Außer dem großen Einfluss, den die Kirche Serbiens im politischen Leben des Landes hat … bezieht sich die Bedeutung ihrer politischen Kontrolle auf eine andere sehr bedeutende Tatsache: … Zur Kirche gehören nicht nur die Serben Serbiens, sondern auch die [Serben] aus Bosnien, Kosovo und Kroatien. Deswegen ist es für die USA und die EU von besonderer Bedeutung, dass ein pro-westlicher Patriarch gewählt wird."
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