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Diário de Notícias - Portugal | Dienstag, 16. Dezember 2008

Mário Soares über die Auswirkungen der griechischen Krise auf Europa

Portugals ehemaliger Staatschef Mário Soares erklärt in einem Gastbeitrag in der Tageszeitung Diário de Notícias, wieso Frankreich, Spanien und Portugal sich über die Ausschreitungen in Griechenland Sorgen machen sollten: "Es sind nicht die Randgruppen, die sich in Griechenland rühren, wie es vor Monaten in Frankreich der Fall war. Es sind die Söhne der Bourgeoisie, die von der Krise stark betroffen sind. Frankreich war das erste Land, dass sich Sorgen machte. Und mit Recht. Wenn eine Krise die Mittelschicht der Gesellschaft trifft, dient jeder Vorwand für einen Aufruhr. So war es im Mai 1968. ... Auch Spanien hat reichlich Gründe, sich Sorgen zu machen: steigende Arbeitslosenzahlen; ein generelles Unbehagen, das einer der größten Wachstumsperioden folgt; und die steigende Spannung zwischen einigen Regionalregierungen und Madrid. Portugal sollte Griechenlands Probleme auch nicht gleichgültig betrachten. Zunehmende gesellschaftliche Ungleichheiten und eine steigende Arbeitslosenquote, die 2009 noch weiter wachsen wird; eine Straffreiheit für verbrecherische Bänker und Blockaden in der Justiz, vor allem in der Staatsanwaltschaft und der Polizei - all das zusammen führt in der Gesellschaft zu Misstrauen und Aufruhr. Daraus kann nichts Gutes kommen. ... Alles wird bald explodieren. Frankreich, Spanien und Portugal sind nicht Griechenland, das stimmt. Jedes Land ist ein Einzelfall. Aber die Europäische Union hilft auch nicht bei der Lösung des Problems."

» zur gesamten Presseschau vom Dienstag, 16. Dezember 2008

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