Berliner Zeitung - Deutschland | Dienstag, 16. Mai 2006
Die EU und das Dilemma der Erweiterung
Wann Rumänien und Bulgarien der EU beitreten, ist unerheblich, wichtig ist, dass sie aufgenommen werden, findet Frank Herold. Doch was kommt danach? "Derzeit wird diskutiert, ob nach der Aufnahme Bulgariens und Rumäniens der Erweiterungsprozess ausgesetzt werden sollte. So vernünftig es wäre - das wird nicht einfach. Kroatien und die Türkei stecken bereits im Verhandlungsprozess, Mazedonien hat einen Antrag gestellt. Auch für Bosnien-Herzegowina, Serbien, Georgien oder die Ukraine würde sich strategisch begründen lassen, warum es besser ist, sie im Klub zu haben, als unzufrieden vor der Tür. Institutionen, sagt Montesquieu, gehen an ihren Erfolgen zu Grunde. Wenn die EU diesem Schicksal entgehen will, muss sie lernen, dem Beitritts-Drängen immer neuer Länder zu widerstehen. Nicht durch brüske Ablehnung, sondern mit einer Auflösung der Formel: Draußen ist draußen und drin ist drin."
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