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El País - Spanien | Donnerstag, 18. Mai 2006

Das historische Gedächnis Spaniens

Julian Santamaria Ossorio, Politologe an der Madrider Complutense Universität (UCM), hält es für wichtig, dass sich in Spanien ein Konsens über die jüngste Vergangenheit des Landes bildet. "Spanien kann sich nicht länger als Opfer der gewaltigen Bürgerkriegstragödie (1936-1939) betrachten. Die Gesetzestreue der Republikaner vor dem Bürgerkrieg muss politisch anerkannt werden, die Opfer des Franquismus müssen moralisch rehabilitiert und die Diktatur muss verurteilt werden. Das darf nicht als Bruch verstanden werden, sondern als Erweiterung des demokratischen Umbauprozesses [der Epoche, die nach dem Tod des Diktators Francisco Franco 1975 begann] und als erweiterter Konsens. Wenn sich alle politische Kräfte darauf einigen könnten, würde das die Legitimität und die Stabilität der Demokratie stärken und die sinnlose Verkrampfung weitgehend lösen, die die spanische Politik vergiftet und ihre internationale Wirkung begrenzt."

» zur gesamten Presseschau vom Donnerstag, 18. Mai 2006

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