Élet és Irodalom - Ungarn | Freitag, 19. Mai 2006
Stasi-Vergangenheit von Wissenschaftlern
Entlarvte Stasi-Spitzel entschuldigen sich meist damit, sie seien zur Mitarbeit gezwungen wurden. Der Historiker Krisztian Ungvary zeigt am Beispiel renommierter Wissenschaftler, dass sie doch relativ große Spielräume hatten. Als die Historiker György Ranki, Ferenc Glatz und der Literaturwissenschaftler Mihaly Szegedy-Maszak die Mitarbeit mit der Stasi einfach ablehnten, habe das keine ernsten Konsequenzen für ihre Karriere gehabt. Dagegen bespitzelte der Historiker Karoly Vigh den berühmten Kollegen Domokos Kosary sogar freiwillig. "Die Archive verbergen zahlreiche Geschichten, die zeigen: Es gab nicht nur Verräter, sondern auch mutige Menschen in der Diktatur. Zahlreiche Spuren wurden der Nachwelt überliefert, die zeigen, wie die Kadar-Ära [Janos Kadar war von 1956 bis 1988 Parteichef der Kommunisten] funktionierte. Früher oder später kommen sie alle ans Tageslicht. Es liegt im Interesse der ungarischen Gesellschaft, dass die Täter und Opfer dieser Geschichten endlich bekannt werden."
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Alle verfügbaren Texte von » Krisztián Ungváry
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