Élet és Irodalom - Ungarn | Freitag, 26. Mai 2006
Laszlo Verga über die ungarische Stasi-Vergangenheit
Die ungarischen Stasi-Unterlagen sollten wie in Deutschland frei zugänglich werden, fordert der ungarische Historiker Laszlo Varga: "Joachim Gauck (der erste Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR) und seine Mitstreiter erkannten rechtzeitig, wie wichtig es für die Demokratie ist, die Vergangenheit zu bewältigen, die Gebäude der Stasi friedlich zu besetzen und die Stasi-Unterlagen für die Nachwelt zu retten... Sie haben der Staatsmacht ihr Informationsmonopol entzogen... Dies war in Ungarn nicht möglich, weil sich die Stasi hierzulande hinter der 'Polizei' versteckte, mit ihr eng verflochten war. In Deutschland wusste jeder, wo die Stasi 'wohnt', wir hatten keine Ahnung... In den letzten zehn Jahren bekamen die Bespitzelten immer mehr Rechte, und auch wir Historiker dürfen immer freier recherchieren, aber die Hauptsache - der Zugang zu den Stasi-Unterlagen und die oft beschworene Bewältigung der Vergangenheit - steht weiterhin aus."
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