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Süddeutsche Zeitung - Deutschland | Freitag, 29. Mai 2009

Jens Bisky über die heranwachsende europäische Öffentlichkeit

Die europäische Öffentlichkeit wächst heran - entgegen allen Behauptungen, schreibt Jens Bisky in der links-liberalen Süddeutschen Zeitung: "In den Medien der nationalen Öffentlichkeit aber sind europäische Themen - Fragen des Zusammenlebens und Neuigkeiten aus den anderen Mitgliedsstaaten - in einer nie dagewesenen Fülle präsent. Der deutsche Europäer kann sich unter perlentaucher.de oder eurotopics.net über Diskussionen in Ländern informieren, deren Sprache er nicht spricht. Man mag sich mehr davon wünschen, die Internetauftritte der EU-Institutionen könnten eine gründliche Überarbeitung - mehr Frische, mehr Foren statt Belehrung - gut vertragen. Dennoch ist das Angebot an Informationen schon heute so groß, dass man selbst bei bestem Willen nicht alles zur Kenntnis nehmen kann. Die Klage über das Fehlen einer europäischen Öffentlichkeit und das angebliche Desinteresse an Europa kaschiert vor allem die Schwächen und Halbheiten der politischen Akteure. Viel zu selten sprechen sie wirklich europäische Themen an: etwa die immer noch eingeschränkte Freizügigkeit für viele Osteuropäer, die bürokratischen Schikanen, bis eine Aufenthalts- oder gar Arbeitserlaubnis erteilt wird oder die Rechte der Arbeitsmigranten."

» zur gesamten Presseschau vom Freitag, 29. Mai 2009

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