Tribune de Genève - Schweiz | Dienstag, 9. Juni 2009
Hirntod der Sozialdemokratie
In der Schweizer Regionalzeitung Tribune de Génève analysiert Jean-Noël Cuénod die Schwäche der sozialdemokratischen Parteien nach ihrer Niederlage bei den Europawahlen: "Der Sieg der griechischen Sozialisten ... ist nur die Ausnahme, welche die Regel bestätigt: die Linke hat eine heftige Niederlage erlitten. Die Sozialdemokratie unseres Kontinents fällt in einen Komazustand, der den Hirntod bedeutet. Und in der Tat liegt die Schwäche dieser politischen Strömung dort, wo die Gedanken entstehen. ... Zunächst hat sie mit ihrem traditionellen Credo weitergemacht: die Wirtschaft durch staatliche Eingriffe zu regulieren, aber ohne ökologische Forderungen oder die Folgen der Globalisierung zu berücksichtigen. ... Als die derzeitige Krise begann, vermittelte die Sozialdemokratie den Eindruck, staatlichen Einfluss geltend machen zu wollen, wenn es galt, liberal zu sein und liberal, wenn der Staat notwendig gewesen wäre! ... Liegt die Zukunft der Sozialdemokratie nicht in der sozialen Ökologie?"
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