168 óra - Ungarn | Freitag, 12. Juni 2009
Europawahlen: Ungarisches Immunsystem ist schwach
In der linksliberalen Wochenzeitung 168 Óra kommentiert der linke Publizist Tamás Mészáros den Ausgang der Europawahlen in Ungarn: "Die Öffentlichkeit wurde nicht von der dramatischen, aber absehbaren Niederlage der regierenden Sozialisten überrascht, auch nicht von der seit einiger Zeit zu beobachtenden Expansion der radikalen Rechten, und auch nicht vom überlegenen Erfolg der rechtskonservativen Oppositionspartei Fidesz. Vielmehr überraschend war die Anzahl der Wählerstimmen, die die rechtsradikale Partei Jobbik auf sich vereinen konnte [knapp 15 Prozent] und der damit einher gehende massive Vorstoß des Ultraradikalismus in Ungarn; oder anders: das erschreckende Ausmaß des Terraingewinns des rassistisch-antisemitischen Hungarismus. Eine Überraschung war aber auch das katastrophale Ergebnis der Freien Demokraten [knapp über 2 Prozent], das im Grunde gleichbedeutend ist mit dem Untergang der hiesigen Liberalen. ... Diese beiden Tatsachen verändern die ungarische Demokratie in ihren Grundfesten. ... Das Immunsystem der ungarischen Gesellschaft ist schandbar schwach. Wie sich bei den Europawahlen nun gezeigt hat, ist der Mittelstand sogar bereit, gemeinsame Sache mit radikalen politischen Kräften zu machen."
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