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Hospodářské noviny - Tschechien | Donnerstag, 22. Juni 2006

Geschichtsaufarbeitung in Tschechien und der Slowakei

Wie einige seiner Nachbarstaaten soll auch Tschechien eine Behörde bekommen, die sich mit den Verbrechen des Kommunismus befasst. Einen entsprechenden Vorschlag unterstützte gestern die zweite Kammer des Prager Parlaments. In der Slowakei, so erinnert Renata Havranova, existiert ein solches "Institut für das Gedächtnis des Volkes" schon seit 2003. Bei seiner Einrichtung habe es aber erhebliche Probleme gegeben. "Lange gab es keinen politischen Willen, die Verbrechen des Kommunismus zu bestrafen und die Stasi-Mitarbeiter zu enttarnen. Der frühere Präsident Rudolf Schuster begründete sein Veto gegen die Behörde mit der Behauptung, die Archive seien nicht vollständig und überdies könne es zum Missbrauch der Akten kommen. Hätte es nicht hartnäckige Bürgerrechtler wie Jan Langos oder Jan Carnogurski gegeben, dann gäbe es die Einrichtung heute noch nicht. Mittlerweile arbeitet die Institution auch schon die Zeit des Faschismus in der Slowakei und namentlich die Arisierung jüdischen Eigentums auf."

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