Világgazdaság - Ungarn | Donnerstag, 16. Juli 2009
Harold James über die Wirtschaftspolitik Deutschlands während der Krise
In der Wirtschaftszeitung Világgazdaság stellt Harold James, britischer Historiker und Professor an der Princeton University, die Wirtschaftspolitik Deutschlands in Frage: "In der ganzen Welt explodieren die Defizite der öffentlichen Haushalte. Aufgrund der Rettungspakete für Banken und Unternehmen, die von der Krise erschüttert wurden, müssen sich die Regierungen auf extrem hohe Kosten einstellen. Es besteht ein allgemeiner Konsens darüber, dass ein keynesianischer Anreiz vonnöten ist. ... In Deutschland ist es anders. ... Die deutsche Regierung geht besonders aggressiv gegen Defizite vor, und sie versucht, eine entschiedene Ausstiegsstrategie aus der keynesianischen Wirtschaftspolitik zu entwerfen. ... Das eigentliche Problem mit den deutschen Maßnahmen ist nicht so sehr unser fehlendes Wissen darüber, wie die Welt 2016 oder 2020 aussehen wird, sondern, dass Deutschland politisch und wirtschaftlich der europäischen Integration verpflichtet ist und mit Staaten verbündet ist, die derzeit ganz andere Haushaltsperspektiven und -prioritäten haben. Daher ist es wenig sinnvoll, wenn Deutschland mit seinen Nachbarn um einen solideren Haushalt konkurriert, sind doch die europäischen Länder eng miteinander verbunden."
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