Postimees - Estland | Dienstag, 27. Juni 2006
Streit um Sowjetdenkmal in Tallinn
Seit Monaten tobt in Estland ein Streit über den Abriss einer Bronzestatue aus Sowjetzeiten in Tallinn. Krista Kodres bricht eine Lanze für die kulturellen Hinterlassenschaften des kommunistischen Regimes. "Man stelle sich vor, die Französische Revolution hätte die Schlösser der verhassten Bourbonen abgerissen oder die Russische Revolution hätte das Winterpalais und den Kreml zerstört. Und man stelle sich vor, Estland hätte seine Gutshöfe geschleift, das Symbol für 700 Jahre Sklaverei... Auch in der Sowjetunion gab es Kultur. Natürlich war sie nicht immer frei von ideologischer Beeinflussung, doch Schriftsteller schrieben, Künstler malten, Komponisten komponierten und Architekten bauten. Gewiss ist nicht alles Hochkultur, doch das Geschaffene fällt unter den Begriff Kultur."
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