Frankfurter Rundschau - Deutschland | Donnerstag, 20. Juli 2006
Museum zur DDR-Alltagskultur in Berlin
In Berlin wurde das privat finanzierte Museum zur DDR-Alltagskultur eröffnet. Harry Nutt sieht die Ausstellung im Zusammenhang mit der derzeitigen Debatte um die Aufarbeitung der DDR-Vergangenheit. "Die authentischen Orte der DDR-Diktatur, so ein Argument in dieser Debatte, werden zu Gunsten süßlicher Alltagsrekonstruktionen aus Ampelmännchen und Trabi an den Rand gedrängt. Dass dies der Darstellung von Alltagskultur immanent zu sein scheint, kann auch das private Mauermuseum leider nicht widerlegen. Aufarbeitung ist ein zu programmatisches Wort für derlei harmlose Exponatpräsentation. Die Abhörecke, die im Museum den Überwachungsapparat der Stasi repräsentieren soll, erinnert auf gerade putzige Weise an jugendliche Versuche in Ost und West, die neuste Rockware auf den Kassettenrecorder zu bekommen."
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