Neue Zürcher Zeitung - Schweiz | Freitag, 21. Juli 2006
Die drei Belgien
Belgien feiert heute seinen Nationalfeiertag, doch von einer nationalen Einheitsstimmung kann keine Rede sein, schreibt Korrespondent Rene Vautravers. "Der Monarch nimmt den Feiertag jeweils zum Anlass, um seinen Wunsch nach der Einheit des Landes zu unterstreichen. Dass ihm der schleichende flämische Separatismus Sorgen macht, ist kein Geheimnis... Das belgische Königshaus gehört zweifellos zu den wenigen wirklich gesamtbelgischen Institutionen. Bereits Alberts Vorgänger, der verstorbene Bruder Baudouin, war kein Freund der Föderalisierung. Er beklagte das Tempo, mit welchem Kompetenzen vom Zentralstaat an die Teilstaaten abgegeben wurden. Er befürchtete eine Schwächung des Zentralstaats. Heute hat dieser fast ausgedient. Es gibt mit Flandern, Wallonien und dem zweisprachigen Brüssel drei Teilstaaten, außerdem drei Sprachgemeinschaften. Selbst die deutschsprachige Minderheit hat ein eigenes Parlament."
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