Knack - Belgien | Dienstag, 3. November 2009
Hubert Van Humbeeck über Europas Bedeutungsverlust
Nach dem Fall der Mauer vor 20 Jahren habe sich Europa verändert und in der Welt an Einfluss verloren. Um Einfluss zurückzugewinnen, müsse es mehr mit anderen Weltregionen zusammenarbeiten, meint Hubert van Humbeeck in seinem Blog auf der Webseite des Wochenmagazins Knack: "Es war nicht nur eine Diktatur zusammengebrochen, sondern auch ein Gesellschaftssystem. Zugleich öffnete sich das Tor zu einer politisch weniger stabilen Welt. Eine Welt, um die man sich mehr sorgen muss. Zwanzig Jahre später muss man noch abwarten, ob sich mit Barack Obama eine neue, multipolare Weltordnung etablieren kann. Und es ist undeutlich, welche Rolle Europa darin spielen kann. Für aufstrebende Großmächte wie China und Indien ist der alte Kontinent nicht mehr so wichtig. ... Niemand konnte vor 20 Jahren vorhersagen, dass Deutschland von einer Frau geführt werden würde, die in der Deutschen Demokratischen Republik aufgewachsen ist. Oder dass der Vorsitzende des Europäischen Parlaments aus Polen kommen würde. Aber wenn er nicht aufpasst, dann trottet der alte Kontinent nur noch am Rande mit. Wenn er weiter eine Rolle spielen will, hat er keine andere Wahl, als sich anzustrengen und zusammenzuarbeiten."
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