Kurier - Österreich | Mittwoch, 4. November 2009
Freier Hochschulzugang ist Chimäre
Mit Blick auf die jüngsten Studierendenproteste in Österreich vermisst die Tageszeitung Der Kurier eine klare Haltung der Regierung: "Die Regierenden können nicht weiterlavieren; sie müssen Position beziehen. Wenn sie wollen, dass weiterhin jeder studieren kann, was er will, müssen sie das dafür nötige Geld geben. Da sie das nicht haben, sind andere Mittel anzuwenden: Zugangsbeschränkungen (in Massenfächern) und/oder Gebühren (mit Stipendien für sozial Schwache). Die ÖVP tut sich bei Letzterem leicht, die SPÖ hat damit ein ideologisches Problem. Seit [Bruno] Kreisky [Bundeskanzler der Republik Österreich von 1970 bis 1983] preist sie den freien Hochschulzugang. Das klingt gut, ist aber eine Chimäre. Sozial selektiert wird nicht erst an den Unis, sondern lange davor. Und: In Österreich beenden weniger Arbeiterkinder ein Studium als in England, wo es Gebühren und Eingangshürden gibt."
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