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Neue Zürcher Zeitung - Schweiz | Montag, 31. Juli 2006

Richard Wagner über Feindbilder in Osteuropa

Der rumäniendeutsche Schriftsteller Richard Wagner analysiert die Zunahme populistischer Strömungen in allen Ländern Ostmitteleuropas: "Entscheidend für den Erfolg des Populismus ist die Manipulation der Begriffe. Man gibt sich antikapitalistisch und antikommunistisch zugleich. Das ist bei dem ungarischen nationalkonservativen Oppositionschef Viktor Orban zu beobachten, dessen politische Anfänge noch liberal geprägt waren, aber auch bei den Brüdern Kaczynski in Polen. Deren Partei nennt sich 'Partei für Recht und Gerechtigkeit'. In beiden Fällen wird das 'Eigene' als belagert dargestellt. Was früher durch den Sowjetimperialismus bedroht war, erscheint jetzt unter dem Druck der Globalisierung als gefährdet. Alte und neue Feindbilder haben Konjunktur." Als Antwort fordert Wagner eine "stärkere Vernetzung der zivilen Kräfte über die Grenzen hinaus, zwischen West und Ost".

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