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Welt am Sonntag - Deutschland | Sonntag, 15. November 2009

Thomas Schmid über den diebischen Sozialstaat

Der Philosoph Peter Sloterdijk hat einen Paradigmenwechsel in der Politik der Umverteilung angeregt. In der konservativen Welt am Sonntag lobt Thomas Schmid Sloterdijks Vorschlag, statt auf Steuern auf freiwillige Abgaben der Bürger zu setzen: "Der Sozialstaat, gern als Errungenschaft beschrieben, ist in seiner heutigen Form auch eine Niederlage: Es gibt die Schicht der Ausgeschlossenen. … Wer den heutigen Sozialstaat für unhinterfragbar hält, verzichtet auf eine Idee, wie der … soziale Frieden gewahrt werden kann. Hinter dem Konzept der Umverteilung steht keine produktive Idee. Es geht im Grunde von dem törichten Gedanken aus, es gebe einen ursprünglichen Diebstahl, auf den mit einem ständigen 'Gegendiebstahl' (Sloterdijk) geantwortet werden müsse. Reichtum ist hier ein Vergehen, und Solidarität ist nur als Zwangsveranstaltung denkbar. Deswegen ist dieses Konzept mit dem Traum von der Bürgergesellschaft nicht vereinbar. Sloterdijk hat guten Grund, wenn er die Freiwilligkeit preist: Sie ist das Lebenselixier einer freien Gesellschaft."

» zur gesamten Presseschau vom Montag, 16. November 2009

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