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Lidové noviny - Tschechien | Montag, 16. November 2009

Adam Michnik über das Geschichtsbild junger deutscher Politiker

Die neue Generation der Politiker in Deutschland habe Mühe, die Gefühle der tschechischen und polnischen Nachbarn zu verstehen, meint Adam Michnik, Chefredakteur der linksliberalen polnischen Tageszeitung Gazeta Wyborcza. In einem Interview mit der konservativen tschechischen Tageszeitung Lidové noviny führt er als Beleg die Debatte um die Vertreibungen nach dem Zweiten Weltkrieg an: "Es ist selbstverständlich möglich darüber zu diskutieren, ob es in Ordnung gewesen ist, die Deutschen auszusiedeln. Wenn Tschechen und Polen über diese Frage debattieren, ist das positiv. Wenn aber deutsche Politiker behaupten, dass eigentlich alle Schuld trügen, weil die Deutschen zwar Prag okkupierten, die Tschechen dann aber die Deutschen aus Karlsbad vertrieben haben, dann ist das nicht in Ordnung. Das kann man nicht vergleichen. Weder die Tschechen noch die Polen hatten einen Hitler. Ich habe den Eindruck, dass die neue Politikergeneration in Deutschland das nicht versteht."

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