Le Monde - Frankreich | Donnerstag, 10. August 2006
Einwanderung als Herausforderung für Europa
Die italienische Regierung hat sich am vergangenen Freitag auf ein Gesetz geeinigt, das es Ausländern erleichtert soll, die italienische Staatsbürgerschaft zu erhalten. Betroffen sind etwa 1,5 Millionen Ausländer in Italien. Der italienische Sozialminister Paolo Ferrero verteidigt im Interview mit Salvatore Aloise diese Initiative. "Wir haben insgesamt 520.000 Anfragen bekommen: von Unternehmern, die Einwanderer einstellen wollen, und von italienischen Familien, die sie mit Arbeitsplatz und Wohnung absichern wollen. Wir haben allen diese Möglichkeit gegeben. Da die meisten dieser Menschen schon in Italien sind, hätte ein 'Nein' nur dazu geführt, sie weiter in der Illegalität zu lassen... Die Maßnahmen sind nur ein erster Schritt. Im zweiten Schritt muss es eine Politik geben, die diese Menschen verschiedener Herkunft, Kultur und Religion sozial mit einbezieht. Für Europa ist das heute die entscheidende Herausforderung. Zu denken, man könne die Immigration verhindern, ist eine Utopie."
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