Delo - Slowenien | Mittwoch, 23. Dezember 2009
Peter Zadek, der Peer Gynt des europäischen Theaters
Zum Jahresende blickt die Tageszeitung Delo auf Ereignisse in der Theaterwelt 2009 zurück und würdigt die europäische Bedeutung des im Juli verstorbenen deutschen Regisseurs Peter Zadek: ''Zadeks Theaterkonzept hat auf einer Ebene die hohe Kultur mit der Massenkultur gleichgestellt, obwohl er dabei der ewig kritische Provokateur geblieben ist, jedoch nicht im aktuell-politischen, sondern im sozialen und moralischen Sinn. Seine wildeste Phase hatte er in den 1970er Jahren mit seinen Shakespeare-Aufführungen. Fast jede Aufführung war aufgrund von Zadeks kompromisslosen und individualistischen Visionen, die sich in unverblümter - so die Vorwürfe - Obszönität und Vulgarität manifestierten, skandalös. ... Das Theater war für Zadek soziale Kunst, die durch die Theatergestalten in Kombination mit den Schauspielern geschaffen wurde. ... Zadeks Theater war ungehorsam, unerwartet und überraschend. ... Mit Zadek ist eine Art Peer Gynt des europäischen Theaters gestorben."
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