Magyar Hírlap - Ungarn | Donnerstag, 17. August 2006
Shocking Grass
Julianna R. Szekely vergleicht die Debatte um Günter Grass mit der Entlarvung des ungarischen Regisseurs Istvan Szabo als Stasi-Spitzel und verteidigt beide Künstler: "Es ist ein fürchterlicher Irrtum, dass ein Ereignis im Leben eines Künstlers sein Lebenswerk entwertet. Die Werke von Günter Grass und Istvan Szabo sind auch deshalb so großartig, weil sie Schuld und Sühne, Verdammung oder Bewältigung nicht aus anmaßendem Abstand, sondern mit diesen Fragen ringend darstellen." Szekely kritisiert vor allem die Kritiker von Grass und Szabo. Sie sind in ihren Augen Scheinheilige, die offenbar "infolge einer unbefleckten Empfängnis mit reiner Seele geboren" wurden. Dabei hätten auch sie Schuld auf sich geladen, sich jedoch nie, wie Grass, der Frage gestellt: "Hättest du zu dem Zeitpunkt erkennen können, was da mit dir vor sich geht?"
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